Das Manual der nachfrageorientierten Psychotherapie

Elf Grundsätze für eine Psychotherapie, die mit dem Anliegen des Patienten beginnt und das Ergebnis fortlaufend abstimmt.

Version 0.1 – Stand 11. Juli 2026. Dieses Manual wird laufend aktualisiert. Ein Manual mit Versionsdatum ist kein Schnappschuss.

Die folgenden elf Grundsätze beschreiben eine Arbeitshaltung, keine Schule. Viele Behandler arbeiten längst so – das System bildet es nur nicht ab.

  1. Grundsatz 1

    Das Ziel kommt zuerst

    Ausgangspunkt ist die Nachfrage des Patienten, nicht die Diagnose. Die Therapie beginnt mit dem, was dieser Mensch erreichen möchte.

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  2. Grundsatz 2

    Jedes Ziel wird als Annäherungsziel formuliert

    Das Gehirn kann keine Verneinung anstreben. Ein Ziel, das nur beschreibt, was verschwinden soll, gibt dem Nervensystem keine Richtung.

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  3. Grundsatz 3

    Eliminationsziele werden übersetzt, nicht abgelehnt

    Die Übersetzung würdigt das Anliegen. Kein Patient bringt ein falsches Ziel – er bringt ein noch nicht erreichbar formuliertes.

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  4. Grundsatz 4

    Symptome als hyperdominante Kompetenzen

    Kompetenzhyperdominanz: Was als Symptom erscheint, kann sich im Einzelfall und Kontext auch als überaktive Kompetenz erweisen. Nicht jedes Symptom ist eine Fähigkeit – aber manche sind es, und dann verändert sich die therapeutische Frage.

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  5. Grundsatz 5

    Das Anliegen hinter dem Muster wird benannt

    Sicherheit, Planbarkeit, Ruhe, Zugehörigkeit, Selbstachtung. Hinter jedem belastenden Muster steht ein legitimes Anliegen, das einen Weg sucht.

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  6. Grundsatz 6

    Aufmerksamkeit ist Bahnung

    Worauf die Therapie wiederholt fokussiert, das verstärkt sie. Die Richtung der Aufmerksamkeit ist eine Wirkgröße, keine Nebensache.

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  7. Grundsatz 7

    Machbarkeit wird geprüft, bevor behandelt wird

    Die neurobiologische Plausibilität der Zielformulierung ist Teil der Sorgfalt. Ein unerreichbar formuliertes Ziel bindet Stunden ohne Aussicht.

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  8. Grundsatz 8

    Ressourcen vor Defiziten

    Salutogenetische Grundhaltung. Die erste Frage gilt dem, was den Patienten trägt, nicht dem, was ihm fehlt.

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  9. Grundsatz 9

    Die Sprache der Sitzung ist die Sprache des Patienten

    Nomenklaturfrei, alltagsnah. Die Begriffe des Patienten sind genauer für seine Lage als jede Klassifikation.

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  10. Grundsatz 10

    Evidenz ist ein Prozess

    Dieses Manual trägt ein Versionsdatum und wird fortgeschrieben. Jede Version bleibt archiviert abrufbar. Ein Manual mit Versionsdatum ist kein Schnappschuss.

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  11. Grundsatz 11

    Permanente Ergebnisabstimmung

    Das Ergebnis wird im Prozess abgeglichen, nicht im Antrag prognostiziert. Nicht die Vorhersage vor der Behandlung wirkt, sondern die Rückmeldung in ihr.

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